Wir sind dann Abends noch nach dem Tauchen wieder mit der Fähre nach Townsville zurückgefahren und haben unsere Rucksäcke in Schließfächer gesperrt. Mit Schlafsäcken und was zum Essen bewaffnet haben wir uns in Richung Strand gemacht. Auf dem Weg dahin sind Floyd und ich zwar noch im Kino hängen geblieben, und ich hab, aufgrund meines scheinbar schäbigen Aussehens, ( ich wollte ja nur an den Strand zum schlafen, also die dreckige Badehose und n altes T-Shirt angezogen) gleich mal n ermäßigten Eintrittspreis bekommen.
Die Nacht am Strand verlief dann leider auch nicht so wie erwartet, durch einen kurzen Regenschauer war der Strand und die Wiese nass, und da es bei uns noch nicht zu einer Isomatte gereicht hat, mussten wir uns erst mal einen trockenen Platz zum schlafen suchen. Auf einem Kinderspielplatz sind wir dann fündig geworden, aber leider um halb 6 morgens schon wieder von Bauarbeitern vertrieben worden. Also sind wir doch noch zu ein paar wenigen Stunden Schlaf am Strand gekommen, allzu lang hat uns die unbarmherzige Sonne nicht schlafen lassen.
Ich bin dann noch spontan zum Friseur gegangen, die Zotten waren einfach zu lang und zu warm geworden, ich hab mir nur noch einen abgeschwitzt! Der Haarschnitt war der mit Abstand schnellste, billigste, aber leider auch schlechteste, den ich je bekommen hab. Insgesamt war alles etwas schief, die eine Kotelette 1 cm länger als die andere. Doch nach ein paar wenigen Korrekturarbeiten meinerseits und mit etwas Haarwax geht es schon. ;-)
Jetzt war dann endlich mal wieder Busfahren angesagt, 6 Stunden lang. Nach einer gefühlten Ewigkeit sind wir dann endlich angekommen, haben in ein Hostel eingecheckt und sind gleich in die Innenstadt gefahren.
Es war mittlerweile Samstag Abend, und es war relativ viel los auf den Straßen. Wir sind gleich zur Lagune gegangen. Solche Lagunen gibt es im nörlichen Teil der Ostküste scheinbar in jeder größeren Stadt, da man hier im Sommer wegen den Würfelquallen nicht ins Meer gehen kann.
Es war schon dunkel, doch die Palmen rund um die Lagune waren erleuchtet, viele Menschen sind spazieren gegangen, es war insgesamt eine echt schöne Stimmung. Nachdem wir bestimmt 60 Minuten bei der Lagune gesessen sind und geratscht haben sind wir Clubben gegangen und waren echt begeistert. Es waren echt viele Leute in den Club und der DJ war eine Lady, die echt gut aussah und noch dazu, eigentlich nebensächlich ;-), super Musik aufgelegt hat.
Für uns völlig unverständlich ist dann aber schon um 12 das Licht angegangen und alle sind gegangen, wir standen am Ende alleine auf dem Dancefloor und haben uns gewundert, wo alle Menschen hingekommen sind. Also sind wir auch raus und mussten uns aufgrund strömenden Regens ein Taxi nach Hause nehmen.
Am nächsten Morgen sind wir dann in ein billigeres Hostel umgezogen, das noch dazu um einiges schöner ist. Es ist echt groß und hat einen großen Pool. Die Zimmer sind sauber und die Matratzen gut, allerdings führt die Klimaanlage ein Eigenleben, wir haben bis jetzt noch nicht rausgefunden, wie sie funktioniert. Manchmal kühlt sie auf gefühlte 10 Grad runter, aber meistens schwitzen wir uns in den Schlaf. Vielleicht finden wir noch raus wie man sie bedient, wir werden wohl die nächsten Tage auch in dem Hostel bleiben. Tagsüber sind wir dann in der Stadt rumgelaufen, haben uns die Geschäfte angeschaut, Digeridoos ausprobiert und sind dann noch ins Casino gegangen. Der 10 Dollar Blackjacktisch war echt verlockend, aber wir sind standhaft geblieben und haben es beim zuschauen gelassen. Nachdem wir uns dann noch einen Freefight im Casino auf einer riesigen Leihenwand angeschaut haben ( fuck, ist der Sport brutal ), haben wir uns dann wieder vom Shuttlebus abholen lassen und uns ins Hostel fahren lassen. Nach dem Abendessen sind wir dann früh ins Bett gegangen, am nächsten Tag stand ja schließlich die beste Aktivität überhaupt an. DER SKYDIVE ! !
Der Floyd hat sich doch noch dafür entschieden, also sind wir am nächsten Morgen zu dritt ( die Julia konnte sich beim besten Willen nicht dafür überzeugen lassen..) aufgestanden und haben uns von einem Bus abholen lassen, der uns ins 2 Stunden entfernte Mission Beach gebracht hat. Wir wurden ins letzte Flugzeug eingeteilt, und der Floyd hat sich noch für 120 Dollar Photos dazugekauft. Ich war dafür leider zu geizig, 120 Dollar waren mir die Photos einfach nicht wert.
Wir sind dann an den Strand gefahren worden und haben den anderen Teilnehmern beim landen zugeschaut. Alle kamen mit wackeligen Knien, aber strahlenden Gesichtern an.
Als wir dann endlich an der Reihe waren, sind wir mit dem Bus wieder an den Flugplatz gefahren worden, jeweils einem Instructor zugeteilt worden, und nach einem sehr kurzen Crashkurs über Sicherheit und Verhalten während dem Sprung ins Flugzeug gestiegen. Zusammen mit 3 anderen saßen wir also in der kleinen Maschine, die Tür blieb während des gesamten Fluges offen und es war so laut, dass man sich kaum unterhalten konnte. Allein der Flug in der wackeligen Maschine war die 260 Dollar schon fast wert, bei strahlend blauen Himmel mit einigen wenigen Dunstwolken über die tropischen Inseln vor der Küste zu fliegen war unglaublich. Während sich das Flugzeug immer höher schraubte, stieg langsam der Adrenalinspiegel. Einen Blick aus dem Fenster, wo die Inseln immer kleiner wurden, der Strand bald nur noch ein kleiner gelber Streifen war und selbst die Wolken unter uns waren, genügte, um die Vorfreude ins Schier unendliche zu steigern. Völlig hippelig und aufgeregt saßen wir also im der Maschine lachten über die Späße der Instructors. Als dann in einer unglaublichen Höhe Floyds Lehrer verkündete, wir hätten nun die halbe Höhe erreicht, war dann alles aus. Etwa nochmal so hoch? Was machen wir hier eigentlich? Wie verrückt kann man denn sein? Kurz vor Erreichen der Absprunghöhe von 14.000 Fuß, etwa 4,66 Kilometer Höhe, wurden wir dann an unsere Trainer geschnallt, und uns wurde nochmal erklärt, wie wir uns während des Fluges zu verhalten hätten. Kopf in den Nacken, Die Hände am Anfang an den Gurt, dann wie ein Vogel ausgebreitet, immer ein Hohlkreuz machen und so weiter. Richtig zugehört hat glaub ich keiner, alle waren viel zu sehr mit den Gedanken bei dem was uns bevorstand.
Dann endlich hatten wir die 14.000 Fuß erreicht, die Tür wurde nun ganz geöffnet, und das erst Pärchen verschwand im Nichts. Zur Tür raus und weg waren sie. Das Adrenalin stand uns bis zum Hals, die Aufregung hatte ihren Höhepunkt erreicht. Nach und nach verabschiedeten sich die anderen Pärchen aus der Tür, und schließlich waren nacheinander wir an der Reihe. Sich auf die Bordkante hocken, den Kopf in den Nacken, Hohlkreuz und auf das OK-Zeichen warten. Unter den Füßen machte sich ein großes Nichts breit, 4,6 Kilometer Luft und sonst nichts, festhalten konnte man sich jetzt auch nicht mehr, nur noch der Instructor hielt sich noch am Flugzeug fest. Kaum fähig zu denken, und völlig im Adrenalinrausch, kam dann plötzlich das OK, und man befand sich erst mal im Nichts. Einige Saltos und Umdrehungen später realisierte man dann erst, was eigentlich passiert. Das Flugzeug war schon unendlich weit entfernt, der eigene Schrei fast nicht zu hören, und man merkt: Ich falle soeben ungebremst, ein paar Kilometer in der Luft, einfach so nach unten. Und man fühlt sich plötzlich so unglaublich gut, man jubelt und schlägt mit den Fäusten um sich. Das Fallen selber nimmt man gar nicht so wirklich war, nur der Gegenwind erinnert einen daran. Schonmal bei 220 Km/H das Gesicht aus dem Autofenster gehalten? Und dann gleich 60 Sekunden lang? Wenn ihr es ausprobiert, macht auf alle Fälle ein Bild davon, es lohnt sich!
Durch Gewichtsverlagerung konnte man dann ein bisschen beeinflussen, in welche Richtung man sich während dem Fallen dreht, und man ist so von Glücksgefühlen durchströmt, es ist wirklich unglaublich. Nach gefühlten 5 Sekunden, die aber in Wirklichkeit 60 Sekunden waren, zieht dann der Trainer die Reissleihne, und ein unendlich starker Ruck erinnert einen daran, dass man einen Gurt an hat, mit dem man an den Trainer gekoppelt ist. Der Schirm faltet sich langsam auf, der Fahrtwind verschwindet, dadurch wird es plötzlich vollkommen still.. Ob es davor laut oder leise gewesen ist, keine Ahnung, durch das ganze Adrenalin hat man das nicht so wirklich mitbekommen, auf jeden Fall wurde jeder noch so laute Schrei vollkommen verschluckt.
Durch diese völlige Stille segelt man dann wie beim Paragliden dahin, der Schirm ist der gleiche, allerdings benutzt man leider keine Thermik, um die Höhe zu halten, das Ziel ist der Strand und nicht ein langer Flug. Der Flug dauerte trotzdem einige wenige Minuten, immer noch weit über den Inseln und über dem Pazifik konnten wir nun die Aussicht genießen, große Schildkröten an der Wasseroberfläche beobachten und uns einfach nur über dieses absolut geile Gefühl freuen. Floyd durfte dann sogar noch die Steuerschnüre in die Hände nehmen und selbst lenken. Schonmal bei einem Lenkdrachen nur an einer Schnur gezogen? Jetzt stellt euch dass in groß vor, mit euch selbst dranhängend.. einfach cool! Bei David hat das der Instructor gemacht, und das Gefühl dabei ist definitiv besser wie jede Achterbahn. Teilweise waren wir sogar höher wie der Schirm, dann fällt man kurz am Umlenkpunkt in eine Schwerelosigkeit, ( wie beim Schaukeln ), um dann wieder umso heftiger in den Gürtel gedrückt zu werden. Einfach gigantisch, zumal man ja immerhin in großer Höhe über dem Pazifik fliegt. Nach einer perfekten Landung sind wir uns dann in die Arme gefallen, völlig berauscht von diesem tollen Erlebnis und einfach nur glücklich und enthusiastisch.
Etwas geschmälert wurde unsere Freude, als die Jana kreidebleich gelandet ist, sich in den Sand gesetzt hat und sich über schlimmes Kopfweh beklagt hat. Als sich das Kopfweh auch nach einer halben Stunde nicht gelegt hatte, und sie sich zu allem Überfluss auch noch übergeben musste, haben wir sie dann zum Arzt gefahren, der dann eine zu große Druckbelastung diagnostiziert hat und ihr ein paar Tage Ruhe verschrieben hat. Seid 1.5 Tagen liegt sie jetzt schon im Bett, hat immer noch Kopfweh und muss zum Essen und Trinken überredet werden. Hoffentlich wird es bald besser, denn Cairns ist wirklich schön, auf jeden Fall schöner wie die Tapete im Hostelzimmer.
Heute sind wir dann mal in den Regenwald gegangen, eine zwei Stunden lange Tour hat uns durch riesige Bäume, Bambuswälder, Palmen und Lianen geführt, und uns eine schöne Aussicht über den Pazifik, Regenwald und eine Flussmündung beschert. Einige Adler standen im Wind über uns, der Schweiß lief aufgrund des wahnsinnig waren und humiden Klimas in Strömen, und einmal lag auf dem Weg ein 1.5 Meter langer Leguan, der sich aber leider schnell ins dichte Unterholz verkroch.
Die nächsten Tage werden wir wohl noch gemütlich in Cairns in der Sonne verbringen, eventuell nochmal mit einem Boot ans Great Barrier Reef rausfahren und tauchen gehen. ( David als Certified Diver, und der Floyd einen begleiteten Einführungstauchgang )
Nachdem wir festgestellt haben, dass der Bus nach Sydney von hier aus schlappe 47 Stunden unterwegs ist, und das Flugzeug nur 60 Dollar mehr kostet, haben wir uns dann auch für die etwas bequemere Variante entschieden, und für Samstag Nachmittag einen Flug nach Sydney gebucht, wo wir dann wieder arbeiten werden.
Schöne Grüße aus Cairns, David
Nicht vergessen, es gibt noch 2 weitere neue, direkt drunter!
Kommentiert von: David Himbert | 24. November 09 um 14:37 Uhr
Hey ihr zwei...
des klingt alles so toll, da könnte man hier im völlig verregneten holzkirchen echt die krise kriegen, wenn man des alles so liest, und sich vorstellt, wie ihr in der sonne bruzzelt und euch die zeit mit nichtstun vertreibt ;-)
genießt die restlichen tage in cairns =)
liebe grüße, steffi
Kommentiert von: Steffi | 24. November 09 um 17:44 Uhr
Naja nichts tun kann man das auch nicht nennen ;-)! Ich würde eher sagen: Die aufregensten und geilsten Dinge überhaupt machen und das Leben in vollen Zügen genießen! Man ich will auch :D
Kommentiert von: Faile | 24. November 09 um 20:38 Uhr
Was geht da eigentlich mit der Lisa, Himbi ;-)? Wird des vielleicht was mit Euch zwei ;-)?
hihihi
Kommentiert von: Faile | 24. November 09 um 20:41 Uhr
also ich will mich ja jetz nich in was einmischen wo ich mich nich auskenn^^...aber wenn die schon ärztin is, dann is die wohl schon ein bisschen älter faile ;-)
vielleicht is sie aber auch ne überfliegerin und des wird was;-)^^
Kommentiert von: Steffi | 24. November 09 um 20:50 Uhr
iiijjjaaaaaaaa!
Kommentiert von: David | 25. November 09 um 12:26 Uhr
das ist ja wohl logisch,dass die zwei sich nicht eine einzelkabine der bequemheit wegen in dem segelboot gemietet haben..oder?^^
Kommentiert von: Elisa | 25. November 09 um 16:27 Uhr
der himbi is so reif, der kann auch mit älteren Frauen ;-)
Kommentiert von: Faile | 25. November 09 um 16:47 Uhr
iiiiijjjjjaaaaaaaaaaa
Kommentiert von: david | 27. November 09 um 04:51 Uhr
Nur auf alten Gäulen lernt man das Reiten
Kommentiert von: Lucas | 27. November 09 um 17:46 Uhr
Hauptsache jeder hat hier irgend einen klugen Spruch parat!
Ihr seid die besten!
Kommentiert von: David | 28. November 09 um 23:14 Uhr
:-D Sauba Lucas!!
Der Bua hat immer den richtigen Spruch zum richtigen Zeitpunkt^^
iiiiijjjjjaaaaaaaaaaa
Kommentiert von: Tobi | 30. November 09 um 18:19 Uhr