In Melbourne angekommen, bin ich erst mal geschockt gewesen.. So fuehlen sich also 15 Grad und Regen an.. nach den 30 in Sydney war das echt ne Ueberraschung, und ich hab ein bisschen Angst davor, nach Hause zu kommen.. ;-)
Nach anfaenglichen Problemen, ein Bett zu finden, da wegen den Australien Open in Melbourne so gut wie alles ausgebucht ist, hab ich dann doch noch ein Bett im selben Hostel gefunden, in dem der Floyd auch wohnt.
Da der Floyd jeden Wochentag arbeiten war, musste ich mich mit mir alleine beschaeftigen.. Also bin ich jeden Morgen zum Joggen gegangen, und da ich gleich am ersten Tag eine 4 km entfernte Gratis-Boulderwand entdeckt hab, musste ich mir natuerlich gleich Kletterschuhe kaufen und diese auch fast jeden Tag verwenden.. :-)
Nachmittags bin ich dann immer durch die Stadt gelaufen, hab St. Kilda, den Melbourner Haus-beach und den Royal Botanic Gardens einen Besuch abgestattet oder mir beim Public Viewing Tennis angeschaut..
An einem Abend standen Floyd und ich an der Ampel, und ploetzlich ruft jemand hinter uns: "DIE KENN ICH! ! DIE KENN ICH !!" Floyd und ich drehen uns um, schauen in ein voellig fremdes Gesicht, und koennen erst mal nur: "Bist du dir sicher?" erwiedern.. "Ja, klar, wir sind doch zusammen von Frankfurt nach Sydney geflogen!" - " Ah, cool, haben wir da miteinander geredet? Sorry, aber des is echt schon lang her.. " - " Ne, haben wir nicht, aber ich hab euch trotzdem erkannt.. hihi.."
Das Maedl heisst auf jeden Fall Nadine, haben wir dann spaeter herausgefunden, und mit ihr und ein paar Freunden von ihr hab ich in den folgenden Tagen dann auch manchmal etwas unternommen.. unter anderem eine etwas ausgeatete BBQ-Party bei ihr zu Hause, wo nur Deutsche und Neuseelaender anwesend waren..
Ansonsten hab ich mich einmal noch mit der Anna Buechl getroffen und war mit dem Floyd bei den Australien Open.. Fuer 20 Dollar einen Ground Pass gekauft, uns unwichtige Spiele angeschaut, und dann noch gratis Hewitt beim gewinnen zugeschaut.. Die Ticketdame hat die Schlange kontrolliert, und wir haben uns einfach da mit angestellt, wo die Dame schon kontrolliert hatte.. so einfach war das.. Als wir dann 5 Minuten standen und gerade ueberlegt haben, ob wir wieder gehen sollen weil nichts vorwaerts geht, standen wir ploetzlich mitten in der RodLaverArena und haben uns einfach 2 freie Plaetze gesucht und das Spiel angeschaut.. 60 Dollar gespart.. hehe
Und dann war da noch die Great Ocean Road..
Die wollten der Floyd und ich ja unbedingt noch gemacht haben, bevor ich Australien verlassen musste..
Da er immer unter der Woche arbeiten musste, kam nur das Wochenende dafuer in Frage.. wir waren uns aber nicht sicher, wie wir das am besten anstellen sollten.. Auto ausleihen, trampen oder in ne Tour einbuchen? Mit Autoausleihen hatten wir ja in Sydney relativ schlechte Erfahrungen gemacht, wo wir mit Knoellchen und Maut auf 210 Dollar gekommen sind.. trampen ist unsicher, und bei dem Melbourner Mistwetter auch irgendwie dumm, wenn man dann im Regen steht.. und die Bustouren sind langweilig und teuer.. Die Loesung war dann keine von den gerade angesprochenen.. Die Anna Buechl ist im Moment auch gerade in Melbourne und zufaellig noch dazu in Besitz eines traumhaften Campingbusses, und sie und ihre Freundin waren so nett, uns dem Bus fuer das Wochenende auszuleihen! An dieser Stelle nochmal: Danke Anna fuer das Vertrauen! Also sind wir morgens noch schnell in den Supermarkt und haben uns mit Dosenfutter und anderen nahrhaften und gesunden Lebensmitteln :-) eingedeckt und sind zu Fuss zu dem haus gelaufen, in dem die Anna im Moment wohnt.. Dort noch ausgiebig gefruehstueckt, und dann ging die Reise endlich los! Die Arme aus dem Fenster, blecherne Musik aus meinen Handylautsprechern und strahlender Sonnenschein, so macht Autofahren doch Spass.. Zuerst ging es durch den Melbourner Stadtverkehr, dann auf den Freeway gen Westen und dann ueber diverse Landstrassen zur Great Ocean Road. Nach 2 kleinen Zwischenstops in Torquay und Apollo Bay ( zwei kleine, nette Surferstaedtchen mit tollem Strand! )hatten wir die Great Ocean Road endlich erreicht.. Great ist allerdings nur die Aussicht, die Strasse selber laesst sich mit den Woertern Schlagloecher und 40 km/h Begrenzungen am besten beschreiben.. Aber durch die Sonne und das tolle Meer unter uns machte es trotzdem Spass, die Strasse durch Steilhaenge und noch so viele enge Kurven zu verfolgen.. Zu erwaehnen waeren noch die zahlreichen Koalas, die an den Strassenraendern anzutreffen sind.. Beim ersten haben wir uns noch ernsthaft ueberlegt, stehen zu bleiben und Bilder zu machen, beim zweiten sind wir nur unmerklich langsamer geworden, und beim dritten hiess es nur noch: " Schau, da is noch einer! " - "Aha"..
Gegen 6 Uhr Abends hatten wir dann endlich das Ziel des Ausflugs erreicht, die 12 Apostel. Es gab ein grosses Visitor-center mit einem grossen Parkplatz, dazu super ausgebaute Wege und Aussichtsplattformen. Ganz so touristisch hatte ich mir den ganzen Spass nicht vorgestellt, aber was will man erwarten bei der Hauptattraktion der wahrscheinlich beruehmtesten Strasse Australiens?
Der 5 minuetige Weg zum Meer fuehrte durch ein dichtes Gestruepp aus Straeuchtern und Graesern, der typischen Vegetation fuer diesen Teil Australiens.. ( Zumindest direkt an der Kueste). Am Meer angekommen, sahen wir auch sofort die 12 Apostel.. gut, ehrlich gesagt, es gibt nur noch 7, aber die heissen immer noch 12 Apostel. Sie sind riesige Ueberbleibsel des ehemaligen Kuestenstreifens, den das Meer ueber die Jahrtausende hinweg immer weiter ins Landesinnere gefressen hat. Jetzt war aber erst mal Abendessen angesagt, das musste aber schnell gehen, schliesslich mussten wir ja zum Sonnenuntergang wieder zurueck sein. In meinem Fall hab es Dosengulasch, dazu Peanutbutterbrot, Floyd zauberte sich ein Menue aus Dosenbohnen und -thunfisch. Da leider die Gaskartuschen, die wir gefunden haben, lehr waren und wir von den vollen in den Tiefen des Campingbusses nichts wussen, musste dieses Festmahl leider kalt eingenommen werden. Da der Floyd fuer das Essen etwas laenger brauchte und die Sonne schon recht tief stand, ging ich schon mal vor. Mit der Kamera bewaffnet sah ich dann einen der schoensten Sonnenuntergaenge ueberhaupt, mit einem tollen Farbenspiel am Himmel und den Schatten, die die orange angestrahlten Apostel auf die Steilkueste dahinter warfen. 400 MB Photos und 2 abgefrohrene Haende spaeter machte ich mich auf den Rueckweg und konnte unterwegs Floyd einfach nicht finden.. wie immer, einfach verschwunden.. ;-) Am Auto angekommen fand ich ihn dann schnarchend im Bus und musste erst mal ordentlich lachen.. hat der doch echt den besten Sonnenuntergang ueberhaupt verschlafen ( Sorry Floyd, aber des muss ich einfach schreiben ) Eigentlich wollten wir dann am Parkplatz uebernachten, aber Gott sei Dank hatte mich noch ein anderer Camper gewarnt, dass "wildcampen" am Parkplatz mit 300 Dollar geahnt wurde..Also haben wir uns noch auf den Weg in den naechsten Ort gemacht und in einer dunklen Seitenstrasse die Nacht verbracht.
Der Sonnenaufgang am naechsten Morgen stand dem Untergang vom Vorabend in nichts nach, nur das Schattenspiel hat gefehlt, da die Sonne ueber dem Land aufging.. Durch traumhafte, von der Morgensonne in einen goldenen Farbton getauchte Schaffelder ging es dann zurueck zum Higway und dann zurueck nach Melbourne, wo ich auch sofort meine Sachen packen musste und mich auf den Weg zum Flughafen machte..
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