Nachdem ich eine Nacht wie der letzte Penner auf einer Bank am Flughafen in Melbourne verbracht hatte, checkte ich um 4 Uhr morgens voller Vorfreude fuer den Flug nach Auckland ein. EIn Bacon-Egg-Foccachia und 2 Stunden Wartezeit spaeter startete endlich der Flug, den ich trotz einer sehr fuelligen Maoridame neben mir, die neben ihrem Sitz noch die Haelfte von meinem in Anspruch nahm, schlief ich 20 Minuten, nachdem mein Film angefangen hatte, ein, und war erst von den Landegeraeuschen wieder wachzubekommen. Mein Rucksack wartete schon auf dem Karusell auf mich, und auch durch den strengen Zoll kam ich problemlos, trotz Camping Ausrüstung und hikingboots..
Vom Flughafen aus ging es dann per Shuttlebus zum Autoverleih, wo ich nach 30 Minuten und gefuehlten 20 Unterschriften, mit denen ich mich wahrscheinlich zu 30 Jahren Leibeigenschaft im Schadensfall verpflichtet hab, endlich Besitzer eines tollen weissen Toyota Vitz wurde. Sofort stuerzte ich mich in den Aucklander Innenstadtverlehr, um ein Zelt, Kocher, Isomatten und sehr viele Lebensmittel fuer den folgenden Monat zu erwerben..( Dazu kamen noch 4 CDs, unter anderem Gipsy Kings, Greatest Hits :D)
Als erstes Etappenziel lagen die 250 Km entfernten Waitomo Caves an, die ich auch sofort ansteuerte.. Die Fahrt wurde nur durch einen heftigen Hagelschauer unterbrochen, und abends um 7 kam ich auf dem Besucherparkplatz an, wo ich den Kocher das erste mal ausprobierte und mich auf den naechsten Tag freuend auf dem Beifahrersitz fuer die Nacht einrichtete.
Nach einer ueberraschend bequemen Nacht stand ich auf, fruehstueckte und erwarb fuer 85 Dollar Tickets fuer die 2 Besten Hoehlen der Region ( es gibt ueber 300, aber nur wenige sind der Oeffentlichkeit zugaenglich ). Die erste Tour dauerte 45 Minuten durch eine traumhafte unterirdische Welt voller tropfender Stalaktiten, maerchenhafter Glowworms ( eigentlich leuchtende Maden, aber der Fuehrer sagte: Wenn wir leuchtende Maden auf unser Schild schreiben wuerden, wuerde kein bloody tourist unsere Hoehlen sehen wollen :-) ) Diese Maden locken durch das Licht Insekten an, die dann in den von den Maden herunterhaengenden Fangschnueren haengen bleiben und gefressen werden. Die Maden wachsen 9 Monate lang, verpuppen sich dann und werden innerhalb von 2 Wochen zu den eigentlichen Fliegen.. Jetzt muessen sie sich allerdings mit der Fortpflanzung beeilen, da sie nicht einmal einen Mund haben und nach wenigen Tagen verhungern.. tolles Leben, oder?
Die Tour endete mit einer tollen unterirdischen Bootsfahrt durch vollkommene Dunkelheit, die nur von dem Gluehen der Glowworms gebrochen wurde.. Die zweite Tour war 2 Stunden land und fuehrte durch ein riesiges Labyrinth inklusive versteinerten Vogelknochen, Amphibien, und Wasserfaellen. Wieder zurueck am Tageslicht machte ich noch einen 2 stuendigen Bushwalk durch den Urwald, in dem man zahlreiche weitere kleinere Hoehlen auf eigene Faust erkunden konnte..
Anschliessend machte ich mich dann auf den Weg nach Rotorua, wo ich nach einem langweiligen Stadtrundgang die Nacht an einem See verbrachte.
Am naechsten Morgen stand das Wai-o-tomo thermal Wonderland auf den Programm. Dort konnte man fuer 30 Dollar zahlreiche Krater mit brodelndem Schlamm und nach Schwefel stinkendem Rauch bewundern, das Gebiet um Rotorua und Taupo gehoert zu den geothermal aktivsten Gebieten der Erde. Hoehepunkt dieses Parks war ein 15 Meter hoher Geysir, der jeden Tag um exakt 10:15 am durch Seifenlauge ausgeloest wurde.. ( er wuerde auch so jeden Tag ausbrechen, nur so erspart der Park den Besuchen stundenlanges warten.. zumindest sagen dass die Betreiber :) )
Anschliessend ging es weiter nach Taupo, wo ich mich in das kristallklare Wasser des groessten Sees Neuseelands warf und die Stadt besichtigte ( alle Staedte sind hier im Prinzip gleich, es gibt einen Stadtkern mit den Geschaeften, Restaurants und Fast-Food-Laeden, aber selbst hier is ab 5 Uhr Nachmittags meisst nichts mehr los. Die Orte unterscheiden sich dann nur noch in der Groesse und in der Anzahl der Geschaefte..)
Abends bin ich dann noch an den Parkplatz des Tongariro National Parks gefahren, wo ich ein amerikanisches Paerchen kennengelernt habe und mich mit ihnen fuer den naechsten Morgen zur Gipfeltour auf den Mt Ngauruhoe auf 2287 m verabredete.Dieser Berg ist ein aktiver Vulkan und spaetestens seit dem Film Herr der Ringe weltbekannt.. es ist der Schicksalsberg im dritten Film, der Berg in dem der Ring vernichtet werden muss.
Nach einer empfindlich kalten Nacht standen wir am naechsten Morgen um 5:30 auf, haben in voelliger Dunkelheit gefruehstueckt( Nach einem Liter Tee, Ruehrei und Nutellatoast war mir auch endlich warm) und haben uns auf den Weg gemacht. Durch die ewige menschenleere Weite ging es dem Berg entgegen, und als wir kurz fuer eine Pinkelpause angehalten hatten, kommt ploetzlich ein bekanntes Gesicht hinter der letzten Kurve hervor.. Marcel, der Hollaender, den ich auf der Ostkuestenreise schon 4 mal ZUFAELLIG getroffen hatte, laeuft mir doch tatsaechlich schon wieder ueber den Weg! Unglaublich! Sofort war ich mit ihm ins Gespraech vertieft, und wir liessen auch bald das amerikanische Paerchen hinter uns, da beide den Anforderungen nicht wirklich gewachsen waren, obwohl sie aus Colorado stammten und meinten, sie wuerden daheim oefter in die Berge gehen..Jetzt ging es auf der steilen, nackten Flanke des Berges durch Lavageroell ohne jegliche Vegetation dem Gipfel entgegen, doch bevor wir ihn erreichen konnten, wurden wir von einem rauchenden Nebenkegel angelockt. Der tolle Geruch nach Schwefel lag wieder in der Luft, und nach einigen Bildern und einer Schneeballschlacht ( Juhuuuu, endlich ) in einer immer noch vorhandenen Schneezunge im Schatten dieses Kegels ging es endlich dem Hauptkrater am Gipfel entgegen. Hier wehte ein empfindlicher Wind, aber das Panorama vor uns und vor allem unter uns machte alle wieder wett. Der Kegel war riesig, bestimmt 50 Meter tief und komplett aus dunkelrotem und schwarzen Lavagestein! Umwerfend.. Eine ordentliche Gipfelbrotzeit, bestehend aus einer riesigen Salami, Gaguette und Schokoriegeln spaeter machten wir uns wieder auf den Weg, um noch die ein ordentliches Stueck entfernten Schwefelseen der Region zu erkunden. Hatten wir fuer die 600 Hoehenmeter durch steiles, loses Lavagestein noch 2 Stunden gebraucht, immer 2 Schritte nach vorne, und wieder einen zurueckgerutscht, brauchten wir fuer den Abstieg ( besser: Abfahrt ) gerade mal 10 Minuten.. Durch ein Feld aus Vulkanasche sprangen, rutschten und schlitterten wir wie auf Skiern an allen anderen vorbei und erreichten jubelnd und voller Adrenalin den White Crater, von dem es durch eine traumhafte Mondlandschaft, die einen immer wieder an Mordor erinnerte weiter zu den Schwefelseen ging. Die Seen waren umwerfend, tieftuerkis in der Mitte, knallgelb am Rand, nach Schwefel stinkend und hochgiftig.. nicht gerade zum baden einladend, aber doch toll fuers Auge.. hier verabschiedete ich mich dann von Marcel und ging den langen Weg zurueck zum Auto.
Ich fuhr dann sofort nach New Plymouth, eine 150km lange Strecke, die aber 4 Stunden in Anspruch nahm, da ich den bekannten " Forgotten World Highway" benutzte. Einen Anhalter mit an Bord fuhr ich mit einer durchschnittsgeschwindigkeit von 40 km/h durch den Regenwald, der spaeter von Bergwiesen und noch spaeter von sanften Grashuegeln abgeloest wurde. Der Highway hat den Namen Forgotten World wirklich verdient, es kamen mit auf den 150 km gerade mal 2 Autos entgegen. Den Namen Highway allerdings hat er nicht verdient, durch Schlagloecher, einspurigen ( fuer beide Richtungen insgesamt eine Spur ) Bruecken und sogar Tunnel) und keine einzige Tankstelle oder Haus wurde die Geschwindigkeit doch stark vermindert.
In New Plymouth fuhr ich dann sofort zum Fitzroy Beach, einem traumhaften Surfstrand aus schwarzer Vulkanasche und perfekten Surfwellen. Nach der ersten Dusche seit Ankunft in Neuseeland ( sorry, in dem Toyota is keine Dusche eingebaut :) ) freute ich mich dann auf das erste mal Ausschlafen, und verbrachte den naechsten Tag chillend und surfend am Strand und schlenderte durch die Strassen der Stadt.Abends fuhr ich noch auf den Parkplatz des Taranaki NP, da ich am naechsten Tag den 2500m hohen Mt Taranaki besteigen wollte, ebenfalls ein aktiver Vulkan.
Der heutige Morgen allerdings zeigte sich bergsteigerunfreundlich: War ich noch mit Vollmond und Sternenhimmel eingeschlafen, war morgens um 5 Uhr, als mein Wecker klingelte, Sturm und Regen. Also den Wecker um eine Stunden verlaengert in der Hoffnung, dass das Wetter sich noch bessern wuerde.
Hat es nicht! ich dachte mir aber, ich versuchs einfach mal, und schau wie das Wetter so wird. Den Rucksack gepackt, Regenjacke angezogen und los gings. Auf 1500 Meter Hoehe wurde ich dann aber von Sturmboehen, peitschendem waagrechten Regen zum Umkehren gezwungen. Die gleichen Wetterbedingungen hatte ich auch schon vorher, nur wurde aus dem breiten Weg ein duenner Pfad auf einem Kamm, und das Risiko, einfach runtergeweht zu werden, war einfach zu gross. Also alles wieder zurueck, und dann erst mal auf dem Klo des Besucherzentrums an der Talstation 2 Stunden damit verbracht, mit dem Haendetrockner die Hose, Fleece- und Regenjacke, Socken und Muetze wieder trocken zu kriegen.. Im Auto kann ich schliesslich keine nassen Sachen brauchen.
Enttaeuscht und etwas sauer bin ich dann nach Palmerton North gefahren, da der Wetterbericht auch fuer die naechsten Tage nichts besseres angesagt hatte und ich nicht so lange auf den Gipfel warten konnte..
In Palmerton bin ich dann erst mal in die Sauna gegangen und hab den Frust ueber den nicht erreichten Gipfel ausgeschwitzt.
In den naechsten Tagen werde ich mich dann mim Veiti in Wellington treffen und gemeinsam die Suedinsel unsicher machen.
Der naechste Blogeintrag wird wohl wie dieser hier etwas auf sich warten lassen, da ich hier fast nie ins Internet komm. Trotzdem freue ich mich immer ueber Mails, nur die Antworten dauern dann halt etwas..
Ich wuensch euch allen daheim einen ganz tollen Fasching, gaanz viel Schnee, und in 23 Tagen bin ich ja eh schon wieder daheim.. Ich kanns noch gar nicht glauben!
Viele liebe Gruesse aus Neuseeland,
euer David!
Seas Himbi
hört sich ja alles ganz gut an, und trainieren tust auch noch, dann bist ja gut fit für ne Skitour in 23 Tagen! Bei uns gibts grad mal wieder etwas schnee :-)
Dann noch viel Spaß und grüß den Veiti
Kommentiert von: Lucas | 31. Januar 10 um 22:45 Uhr
dem veiti richte ich liebe gruesse aus, und bitte machen wir echt ne skitour!!
ich wuerd mich so freuen..
Kommentiert von: david | 01. Februar 10 um 07:53 Uhr