So, morgen bricht mein letzter vollstaendiger Tag in der Ferne an.. dann geht es wieder heimwaerts.
Die letzten Tage hab ich insgesamt ziemlich ruhig angehen lassen. Da ich in 3 Tagen ja eh zu Hause bin, formulier ich das Geschehene jetzt nicht mehr so ausfuehrlich aus, wie ich es sonst immer gemacht habe.
Von den Albatrossen, die wir beobachten wollten, haben wir leider nicht uebertrieben viel gesehen, nur ein paar grosse Tiere, die in vielleicht 10 Meter Entfernung ueber unseren Koepfen im Wind standen. Dafuer konnten wir am selben Tag mit 6 grossen, massigen Seeloewen aus naechster Naehe beobachten, in 5 Meter entfernung waelzten sie sich im Halbschaf am Strand, wachten auf, watschelten ins Wasser oder grunzten einfach nur vor sich hin. Am naechsten Morgen besichtigten wir bei Sonnenaufgang die beruehmten Moerakiboulder, seltsame, Kugelrunde Felsen an einem Strand, die bei Sonnenaufgang eine ganz besondere Stimmung hervorrufen. Danach fuhren wir einige Stunden in den Mt. Cook National Park, wo wir eine Huette fuer den gleichen Abend buchten und die unglaublich steile Wanderung auf 18xx Meter wieder in 2 Stunden bewaeltigten. Von oben hatten wir eine gigantische Sicht ueber die Gipfel des Nationalparks, unter anderem den majestaetischen Mt Cook hoechstpersoenlich, der mit ueber 3700 Metern der hoechste Berg des Landes ist. Ausser einer kleineren Wanderung im Nelson Lakes Nationalpark waere dann eigentlich nichts mehr grossartig zu erwaehnen, wir haben viel Schach gespielt, viel in der Sonne gelegen und uns in kleinen Etappen immer weiter nach Auckland weitergearbeitet. In Auckland angekommen, habe ich den Veiti Abends dann zum Flughafen gebracht, und mich dann um ca. 12 Uhr Nachts in eine Nebenstrasse gestellt, um ein letztes Mal im Auto zu schlafen. Um halb 3 werde ich durch ein Klopfen an die Fensterscheibe geweckt. Ich wache auf, muss mich erst mal zurechtfinden und begreifen, wo ich gerade bin, und sehe einen Maori mittleren Alters draussen stehen. Ich frage ihn durch das einen spaltweit geoeffnete Fenster, was los ist, und er sagt mit etwas angetrunken, dass dies hier eine gefaehrliche Gegend ist, viele Phillipinos hier ihr Unwesen treiben und ich mich lieber in seine Einfahrt stellen solle. Vor Muedigkeit nicht wirklich faehig, klar zu denken, und da mir der Mann eigentlich relativ vertrauenswuerdig vorkam, hatte ich dagegen keine Einwaende und parkte das Auto kurzerhand in seine Einfahrt. Dort schlief ich wieder ein, nur um 30 Minuten spaeter wieder geweckt zu werden. Ob ich denn nicht in sein Haus kommen wolle, eine Tasse Tee haben moechte und ins Internet gehen moechte. Ich lehnte dankend ab, es war schliesslich 3 Uhr Morgens, aber das schien er nicht wirklich zu akzeptieren, und mit einem sympatischen laecheln und einem akzentlastigen Englisch lud er mich erneut ein. Man will ja nicht unhoeflich sein, dachte ich mir, und allen Bedenken zum Trotz stieg ich aus dem Auto, schuettelte seine Hand und folgte ihm in sein Haus. Seine Frau war auch auf, ich bekam eine Tasse Tee, der noch 2 weitere folgen sollten, benutzte kurz seinen Computer und unterhielt mich dann 2 Stunden mit ihm ueber das Schicksal der Maori, die NS-Zeit in Deutschland, und wie schlecht er es findet, das niemand mehr so gastfreundlich ist, wie sich das eigentlich gehoert. Meine dankende Ablehnung zu einem sehr spaeten Abendessen wurde auch nicht akzeptiert, und so hatte ich um 4:30 am einen Teller mit Chicken Nuggets, Ruehrei und Toastbrot vor mir liegen, wirklich verrueckt. Um 5 wollte er dann aber doch ins Bett gehen, da er am naechsten Tag wieder um 7 aufstehen musste, und wollte einfach nicht verstehen, warum ich lieber im Auto als auf seiner Couch schlafen wollte. Gott sei Dank akzeptierte er dass dann aber letztendlich doch noch, und ich war wirklich froh, das Auto heil und unversehrt in der Einfahrt vorzufinden. Obwohl er mir von Anfang an sympatisch war, bin ich doch bis zum Ende ein gewisses Misstrauen nicht losgeworden, womit ich ihm aber Unrecht getan habe. So eine Gastfreundschaft ist wirklich bemerkenswert, zumal er wirklich nicht besonders wohlhabend war, das hat man an seinen Bemerkungen ueber die Wirtschaft und an seinem Haus deutlich gesehen. Diese Begegnung hat meinen Eindruck ueber Maoris nochmal grundlegend ueber den Haufen geworfen und mal wieder bestaetigt, dass man Verhalten und Benehmen nie auf eine Nation oder eine Rasse verallgemeinern kann, dass es ueberall solche und solche gibt.
Das Auto konnte ich heute Morgen anstandslos zurueckgeben, einige kleine Steinschlaege im Lack sind dem Vermieter nicht weiter aufgefallen. Morgen werde ich noch meinen letzten Tag in der Sonne geniessen, am Meer entlanglaufen und nochmal Fish&Chips essen, und mch dann seehlisch und moralisch auf die 36 Stunden Reise einstellen. Auckland-Sydney, Sydney-Zwischenstopp, Zwischenstopp-Frankfurt, Frankfurt-Muenchen.. Das wird ein Spass.. und ab Frankfurt wahrscheinlich auch noch ein sehr kalter.. Mal sehen ob die Bahnbeamten mich in Muenchen aus dem Zug tragen muessen, weil ich mich weigere, auszusteigen .
Ich freue mich darauf, euch alle wiederzusehen und bedanke mich fuer alle fleissigen Leser, ich hoffe ich habe euch mit den ganzen Blogs nicht zu sehr gelangweilt. ;-)
Viele liebe Gruesse, David
ich freu mich=) bis bald !!
Kommentiert von: Laura | 20. Februar 10 um 19:22 Uhr