Der wahrscheinlich vorletzte Blogeintrag.. lang is es ja nicht mehr, dann muss/darf ich wieder nach Hause.
Ich bin total hin und hergerissen, ob ich nach Hause moechte oder nicht, einerseits kann ich da wieder in bekannte Gesichter schauen, andererseits ist es hier so unglaublich toll, dass ich eigentlich gar nicht weg moechte.
Wie dem auch sei, das alles hab ich in der letzten Zeit gemacht:
Ich hab den Veiti in Wellington in seinem Hostel zwei Tage frueher als vereinbart am 1.2.10 ueberrascht, und wir haben uns zur Feier des Tages mal ein Sixpack Bier gegoennt.. mmhm, den Geschmack hatte ich fast schon vergessen. ;-) Am naechsten Morgen sind wir mit der Autofaehre voller Erwartung und Vorfreude auf die Suedinsel gefahren. Schon von der Faehre aus haben wir die ersten kleinen Pinguine im Wasser gesehen, was unsere Vorfreude nur noch steigerte.
Auf der Suedinsel angekommen sind wir sofort nach Nelson gefahren, um uns fuer die naechsten Wochen mit Lebensmitteln einzudecken.Mit dem ganzen Dosenfutter war es fuer uns 2 Kerle plus Gepaeck schon etwas eng in dem kleinen Auto, aber man ist ja nicht umsonst Low-Budget-Backpacker.
Es ging sofort weiter in den Abel Tasman National Park, wo wir in der Naehe von Makau unser Zelt direkt neben dem Highway auf einem Gruenstreifen aufstellten, da direkt am Meer leider Campverbot war. 2 deutsche Maedels gesellten sich noch dazu und stellten ihr Zelt neben unserem auf.
Um 7 Uhr klingelte dann schon der Wecker, und nach einem kurzen Snickerstoastfruehstueck ( Toast mit Nutella und Erdnussbutter )fuhren wir nach Makau, wo wir uns fuer den heutigen Tag ein Kajak gemietet hatten, um den Nationalpark vom Wasser aus unsicher zu machen. Das Wetter war perfekt, die Sonnencreme im Einsatz und das Meer war auch nicht allzu kalt. Ausgeruestet mit einem grossen 2-Mann-Kajak, Schwimmwesten und Paddeln liessen wir innerhalb weniger Minuten die anderen Touris hinter uns ( "Wie zur Hoelle kann man eigentlich so langsam Paddeln?" ) und paddelten fuer die naechsten 6 Stunden alleine durch den Nationalpark. Dieser liegt am nord-westlichen Ende der Suedinsel und ist bekannt fuer seine traumhaften Buchten, versteckte Sandstraende, Kormorane und vor allem Robbenkolonien. Es ging vorbei an bewaldeten Haengen und steilen Felsen, immer in noerdlicher Richtung durch das tuerkisblaue Meer, immer auf der Suche nach den Robben. Von anderen Kajakgruppen, die alle keine Robben gesehen hatten, liessen wir uns nicht entmutigen, und schon bald hatten wir die erste Robbe gesichtet. Vor einer kleinen Insel lag sie faul in der Sonne auf einem Stein und streckte ihren Bauch in die Hoehe, doch als sie uns erblickte, kletterte ( erstaunlich, wie die mit ihren komischen Flossen klettern koennen ) sie ins Wasser und tollte um unser Kajak herum! Nach 15 Minuten konnten wir uns von diesem herrlichen Anblick wieder losreissen und paddelten weiter zu einer Stelle, die laut der Karte noch mehr Robben ihr Zuhause nennen. Und tatsaechlich: auf 2 kleine Inseln verteilt fanden wir bestimmt 30 Robben, zum Teil Muttertiere mit ihren Jungen, die meissten lagen faul in der Sonne, andere tollten im Wasser herum, andere stritten sich und bruellten sich an. Und wir in unseren kleinen Kajak, 10 Meter entfernt.. Wahnsinn. Im Zoo haette ich das total langweilig gefunden, aber wenn man das alles in der Natur beobachtet, und keinen dicke Glaswand vor sich hat, dann ist das doch ein anderes Gefuehl! Um 3:45pm mussten wir das Kajak dann wieder abgeben und wanderten noch 3 Stunden durch den Abel Tasman NP zurueck zu unserem Auto, durch dichten Regenwald, und manchmal konnten wir von den Huegeln aus einen Blick auf das glitzernde Meer erhaschen. Zur kulinarischen Abrundung des Tages hab ich mir noch einen Muschelburger gegoennt, und wir haben uns an den Strand von Nelson unter dem Sternenhimmel zum Schlafen gelegt.
Direkt am Morgen ging es dann mit dem Auto in suedlicher Richtung weiter, der Highway schlaengelte sich durch dichte Waelder und vorbei an tollen Fluessen. An einer Stelle standen wir bestimmt 2 Stunden lang, und versuchten uns zu ueberwinden, von einer 20 Meter hohen Bruecke in den Fluss zu springen. ( 20 Meter sind wirklich nicht uebertrieben ) Am Ende haben wir uns dann doch nicht getraut und sind von einer 3 Meter tieferen Stelle gesprungen, sehr zur Freude einiger Touristen, die in einem Jetboat unten im Fluss waren und uns anfeuerten. Das Wasser des Flusses war herrlich, glasklar und kalt! Weiter ging es auf dem Highway, bis wir Abends etwas suedlich von Westport unser Zelt an einem einsamen, verlassenen Strand aufgeschlagen haben, die 2 Meter hohe Brandung und den tollen Sonnenuntergang ueber dem Wasser genossen haben.
Am naechsten Tag standen die Pancakerocks von Punakaiki auf dem Programm, riesige Gesteinsformationen im Wasser, durch deren innere Kamine bei Flut und schlechten Wetter das Wasser 15 Meter in die Hoehe gedrueckt wird und dann noch einige Meter durch die Luft fliegt. Leider hatten wir Ebbe und Sonnenschein, doch schoen anzuschauen waren die Felsen allemal. Weiter ging es danach in suedlicher Richtung, immer am Meer entlang, bis wir um 5 Uhr Abends den kleinen Ort Franz Josef Glacier erreicht hatten, und eine Ganztagesgletschertour fuer den naechsten Tag buchten. Unser Zelt schlugen wir ausserhalb der Ortschaft direkt neben dem Gletscherfluss auf und machten uns auf eine kalte Nacht am Fusse des Gletschers gefasst.
Am naechsten Morgen kochten wir uns zum Aufwaermen erst mal einen Tee und fuhren dann wieder in den Ort, wo wir mit Steigeisen, Jacken und Schuhen ausgeruestet wurden. Wir wurden mit dem Bus zum Gletscher gebracht und dort leistungsabhaengig in Gruppen eingeteilt. ( Wir kamen natuerlich in Gruppe eins, die als erster gehen durfte, hehe ) Der Himmel war blau und die Jacken waren ganz tief im Rucksack vergraben. " Die brauchen wir doch eh nicht, wieso schlepp ich die eigentlich mit mir rum?" Unser Guide war ein Englaender, der vor 3 jahren fuer einen 3-Monate Aufenthalt nach Neuseeland gekommen ist und dann irgendwie haengen geblieben ist. :-) Ueber ins Eis geschlagene Stufen gelangten wir dann in den Gletscher, der sich Anfangs noch gutmuetig und sanft zeigte. In weichen Wellen war das Eis aufgetuermt, und man konnte weit in das Gletschertal blicken, das er vor Jahrtausenden in den Berg gegraben hatte, und durch dass jetzt der Gletscherfluss floss. Weiter ging es ueber das Eis, und der Weg wurde langsam interessanter. Durch eine Spalte im Eis mussten wir hindurch, hier hatte das Eis eine leichte, blaeuliche Farbe und es war kalt wie im Kuehlschrank. Bald war ich dann doch relativ froh, eine Jacke dabei zu haben, nach den 37 Grad in Australien waren die 5 Grad auf dem Gletscher und im Eis dann doch etwas kaelter. Schon bald hatten wir einen Tunnel erreicht, durch den wir einer nach dem anderen durchkriechen mussten. Auf allen Vieren ging es durch den duennen Schacht, etwa 10 Meter durch das dicke Eis, bis wir am Ende an einem Seil wieder ans Tageslicht klettern mussten. Dort war dann auch Brotzeit angesagt, doch nach gerade mal 5 Minuten ging es schon wieder weiter, schliesslich haben wir ja nicht zum Brotzeitmachen soviel Geld bezahlt. Das Eis war hier in lauter senkrechte Waende aufgeschoben, durch die wir uns unseren Weg suchen mussten. Durch die Bewegung und die daraus resultierende Veranderungen im Gletscher wusste der Guide auch nicht wo wir langgehen mussten, und die Wegsuche erwies sich als aeusserst langwierig. Durchgefrohren ging es dann durch eine 10 Meter tiefe Spalte, so eng dass man seitlich durchgehen und den Rucksack hinter sich herziehen musste. Danach ging es durch die dramatische Eislandschaft wieder abwaerts, mit einem tollen Blick auf den Regenwald um uns herum. Zurueck am Auto fuhren wir wieder weiter in suedlicher Richtung, erreichten das Meer wieder und fuhren zum Haast-Beach, in der Hoffnung auf eine oeffentliche Dusche. Duschen haben wir zwar leider nicht gefunden, aber dafuer einen kilometerlangen Strand ohne eine Menschenseehle. Dort schlugen wir sofort unser Zelt auf, zuendeten ein Lagerfeuer an und machten in der Gesellschaft zweier kleiner Schettlandponys ordentlich Brotzeit.
Morgens sind wir aufgewacht und haben im Wasser sofort 2 Delfine erspaeht, die langsam in suedlicher Richung maximal 20 Meter von der Kueste entfernt dahinschwammen. Als sie ausser Sicht waren, kamen schon wieder die naechsten in der gleichen Richtung daher, und nach ca 10 Tieren zogen wir uns bis auf die Boxershorts aus und sprangen ins Wasser. Natuerlich waren gerade dann keine Delfine da, aber wir warteten geduldig und wurden schon recht bald belohnt. Eine Gruppe vpn 7 Tieren schwamm auf uns zu, und als sie uns wahrnahmen, fingen sie zu springen an. Immer mit dem ganzen Koerper aus dem Wasser heraus, wieder eingetaucht, und so weiter. So sprangen sie zwischen uns hindurch, mit maximal einem Meter Entfernung von uns. Es war wie mit dem Robben, dadurch dass man mit ihnen im Wasser ist und sie einem so nahe sind, ist das Erlebnis um einiges toller und aufregender! Begeistert gingen wir zum Auto und fuhren eine 50 km lange Strasse entlang, die laut Lonely Planet zu den schoensten Roadtrips der Welt gehoerte. Ausser einem traumhaften Fluss, dem Jackson River, in dem wir uns ohne Erfolg im Forellenfischen versuchten, war an der Strasse aber nichts besonderes. In der Jackson Bay, dem Ziel der Strasse, gab es aber ein uriges kleines Restaurant direkt am Wasser, wo wir den besten Burger aller Zeiten serviert bekamen: Fishfillet, Ei, Salat, Krautsalat, Rote Beete, Tomate !! Der Hammer! Gut gesaettigt ging es danach weiter Richtung Sueden, wir verliessen das Meer und fuhren dem Haas-River entlang Richtung Southern Alps. Wir erreichten anch einigen Stunden Fahrt den Wanakasee, einem unbeschreiblich schoenen, grossen See mit tiefblauen Wasser, inmitten hoher Gebirgsketten und Gipfel, das ganze bei bestem Wetter. Wir entschieden uns, den Mount Roy, von dem man einen traumhaften Blick ueber die Berge und den Fluss haben muss ,am naechsten Tag zu besteigen und fuhren an den See, um zu baden. Ich kam auf die Idee, noch heute auf den Gipfel zu gehen, da das Wetter fuer den naechsten Tag nicht so berauschend werden sollte, und Veiti war sofort begeistert. Wir packten das Zelt, den Kocher, die Toepfe, die Isomatten und Schlafsaecke, dazu Brokoli, Nudeln, Nutella und Toast in die grossen Rucksaecke und machten uns um 6 Uhr Abends auf den Weg. 2 Stunden und 1200 Hoehenmeter spaeter ( mit dem ganzen Gepaeck echt ein Gewaltmarsch ) kamen wir trotz der Kaelte, die den Atem sichtbar werden liess, nassgeschwitzt puenklich zum Sonnenuntergang oben auf dem Gipfel an, zogen alle Klamotten an, die wir mitgenommen hatten, machten auf 1500 Meter Hoehe bei umwerfender Aussicht ueber den See und die mit Schnee bedckten Gipfel des Mount Aspring National Park erst mal Abendessen, schlugen das Zelt auf und krochen in die Schlafsaecke. Was ein Tag, Delfinschwimmen, Baden im herrlichsten See der Welt und auf dem Gipfel gezeltet!
Am naechsten Morgen wachten wir inmitten einer dicken Wolkenschicht auf, hatten 20 Meter Sicht und es war ordentlich kalt. Also schnell gefruehstueckt und den Abstieg begonnen, waehrend dem es wieder aufklaerte und die Sonne zeigte, was sie konnte. Nachdem wir uns in einem Campingplatz eingeschlichen hatten, um zu duschen, liessen wir diesen traumhaften See hinter uns und fuhren nach Queenstown, wo wir uns nach weiteren Bergtouren erkundigten. Die ganzen grossen Tracks wie Milford oder Rutherford kamen aufgrund dem schlechten Wetter der kommenden Tage nicht in Frage, aber wir konnten uns auf eine ordentlich Tagestour einigen, die den schoensten Teil des Kepplertracks abdeckte. Also sind wir abends noch nach Te Anau gefahren und haben dort an einem Wald unser Zelt aufgeschlagen.
Der Wecker klingelte um 5 Uhr morgens, wurde aber aufgrund vollkommener Dunkelheit nochmal um 30 Minuten verlaengert. Dann aber nichts wie raus aus den Federn, schnell gefruehstueckt und auf den Weg gemacht. Durch einen herrlichen, alten Laubwald ging es waehrend dem Sonnenaufgang, und die ersten 3 Stunden verliessen wir den Wald auch nicht mehr. Lauter alte, umgefallene Baumstaemme, Unmengen an Moos und die alten, verknorrten Baumriesen machten diesen Wald zu einem besonderen, nahezu mystischem Erlebnis. Ueberhalb der Baumgrenze konnten wir das erste mal den Ausblick ueber die Gipfel des Fiordlands geniessen. Nach ca 30 Minuten hatten wir eine etwas abseits des Weges liegende Hoehle erreicht, in der man sich als Hoehlenforscher versuchen konnte. Mit der Stirnlampe zwaenten wir uns durch eine kleine Spalte im Boden und fanden uns in einem Raum wieder, durch den ein Bach in ein tiefes schwarzes Loch verlief. Meine Abendteuerlust war geweckt, und ich folgte dem Bach einige huntert Meter, mal kletternd, mal gehend, immer tiefer in die pechschwarze Welt. Das Tageslicht war bald nicht mehr existent, und wenn ich die Stirnlampe ausgeschaltet habe, stand ich in vollkommener Dunkelheit. Nach ein paar Minuten Kletterei wurde ich dann auch mit traumhaften Stalaktiten, Kalkformationen und glitzernden Schichten im Gestein belohnt, und wieder dachte ich mir: In einer gefuehrten Hoehlentour waere das alles jetzt ganz schoen gewesen, aber es wirklich ganz alleine mit der Stirnlampe zu entdecken, ist schon etwas ganz anderes! Da wir etwas unter Zeitdruck waren, da fuer den Nachmittag schlechtes Wetter angesagt war, musste ich aber leider wieder raus, obwohl die Hoehe noch weitergegangen waere. Wieder am Tageslicht wanderten wir noch eine ganze Weile, bis wir endlich am Gipfel standen und die Aussicht und unsere brotzeit geniessen konnten. Durch die heranziehenden Wolken wurden wir aber wieder zur Eile gezwungen, und machten uns an den Abstieg. Nach insgesamt 9.5 Stunden wirklich schnellem Wandern hatten wir dann wieder unser Auto erreicht, und wunderten uns doch sehr ueber die Angaben des DOC ( Department of Conservation , Naturschutzbund und Alpenverein in einem ), welches diese eigentlich mit 15 Stunden angegebene Tour als Tagestour empfohlen hatte. Mit dieser Tour hatten wir uns unserer Meinung nach einen Restaurantbesuch verdient, und gingen zu einem Chinesen. Auf dem Rueckweg wurden noch ein paar Bier eingekauft und wir schlugen unser Zelt am gleichen Platz auf, den wir schon am Vorabend gewaehlt hatten.
Nachdem wir bis um 10 ausgeschlafen hatten ( mittlerweile kann ich echt prima auf der duennen Isomatte schlafen, irgentwie waren sie am Anfang nicht so bequem ), fuhren wir mit dem Auto den herrlichen Milford Sound Highway entlang, mitten durch die ueberwaeltigende Fiordlandschaft mit senkrechten Felswaenden mit Wasserfaellen, dunklen Seen und einigen Keas, grosse alpine Papageien, die sich mit Vorliebe auf die Autodaecher setzten, war man einmal stehen geblieben. In Mildord Sound angekommen aergerten wir uns ueber die Tatsache, dass man die Landschaft nur mit teuren Bootstouren oder noch teureren Rundfluegen bewundern kann, und keine Wanderwege zur Verfuegung stehen. Also fuhren wir nach einer Schachpartie und einigen Photos wieder zurueck. Auf der Strasse nach Dunedin, unserer naechsten grossen Station, haben wir dann Abends irgendwo auf einem Feld unser Zelt aufgeschlagen. In Dunedin hoffen wir, einige Albatrosse zu Gesicht zu bekommen, die hier um diese Jahreszeit brueten, ausserdem sind hier die seltenen yellow-eyed penguins zu Hause, auch die hoffen wir zu finden.
Viele liebe Gruesse von der traumhaften Suedinsel mit gaanz viel Sonnenschein,
euer David
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